2. Preis | Wettbewerb Europaplatz, Tübingen
Mit der Neuordnung des Europaplatzes in Tübingen entsteht an der Schnittstelle zwischen Bahnhof, Innenstadt und Anlagenpark die Möglichkeit, einen neuen urbanen Stadtraum zu entwickeln. Das städtebauliche und freiraumplanerische Konzept sieht eine offene Bebauungsstruktur aus drei Solitärgebäuden vor, die sich mit dem angrenzenden Park verzahnen. Zwischen den Gebäuden entstehen vielfältig nutzbare öffentliche Freiräume, die den Bahnhof mit der Innenstadt verbinden und neue Orte für Begegnung, Aufenthalt und kulturelles Leben schaffen.
Das Freiraumkonzept greift die besondere Lage zwischen Stadt und Park auf und entwickelt einen hybriden Stadtraum, in dem befestigte Platzflächen fließend in intensiv begrünte Bereiche übergehen. Großzügige Pflanzinseln mit einheimischen Baum- und Straucharten, schattenspendende Baumhaine und flexible Aufenthaltsbereiche schaffen eine abwechslungsreiche Freiraumstruktur. Im Zentrum des neuen Quartiers bildet der Europaplatz einen lebendigen Treffpunkt mit Raum für Außengastronomie, kleinere Veranstaltungen und alltägliche Begegnungen. Der Europabrunnen mit seinen zwölf kreisförmig angeordneten Wasserdüsen nimmt Bezug auf die europäische Flagge und trägt durch Verdunstungskühlung zur Verbesserung des Mikroklimas bei.
Ein wesentlicher Bestandteil des Entwurfs ist die klimaangepasste und wassersensible Gestaltung nach dem Prinzip der Schwammstadt. Extensiv und intensiv begrünte Retentionsdächer, bepflanzte Versickerungsflächen sowie Baum- und Retentionsrigolen ermöglichen eine dezentrale Rückhaltung und Nutzung des anfallenden Regenwassers. Die nach der Miyawaki-Methode angelegten, dicht bepflanzten Gehölzinseln fördern die Biodiversität, spenden Schatten und unterstützen die natürliche Kühlung des Stadtraums.
Durch das Zusammenspiel von Architektur, Freiraum und nachhaltigem Regenwassermanagement entsteht ein klimaresilientes, vielfältig nutzbares Quartier. Der neue Europaplatz verbindet urbane Lebendigkeit mit den ökologischen Qualitäten des angrenzenden Anlagenparks und bildet einen neuen kulturellen und räumlichen Anker zwischen Bahnhof und Tübinger Innenstadt.
Auftraggeber:
Planungs- und Ausführungszeitraum:
Platz:
Universitätsstadt Tübingen
2026
2. Preis

